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Wissensnugget:
Strukturierung

So gelingt Content First: Unser Experte für multimediale Lerninhalte, Roman Schurter, erklärt das Prinzip der Strukturierung und was es dafür braucht. (1/4)

8. Januar 2021

Ein gut strukturierter Inhalt hilft Menschen beim Verstehen und Lernen. Aber auch Workflow-Tools können besser arbeiten, wenn der Content möglichst konsistent strukturiert ist.

Strukturen durch Titel

Die einfachste Art und Weise, einen Inhalt zu strukturieren ist die Vergabe von Titeln und Untertiteln. Das kennen wir alle aus unserem Alltag:

  • Jedes Buch hat einen Titel, darin hat wiederum jedes Kapitel einen Titel. 
  • Jeder Track auf einer CD oder bei einem Cloud-Musikdienst hat einen Titel. 
  • Auf einer DVD oder sonst einem Video kann man Kapitel über ihre Titel anspringen.

Die Titel unterteilen einen Gesamtinhalt in einzelne Teile und geben diesen einen Namen. Zudem dienen sie der Navigation, indem bestimmte Content-Titel direkt angesprungen werden können. Gut gesetzte Titel sind Basis für jedes vernünftige Inhaltsverzeichnis.

Dieses Bild zeigt drei Medien, in denen wir uns nach Titeln orientieren: Kapitel im Buch, Tracks auf einer CD, Zeitmarken in einem Video.
Wir sind es gewohnt, uns nach Titeln zu orientieren: Kapiteltitel in Büchern, Track-Titel auf CDs, Zeitmarken in Videos.

Titel-Hierarchien

Gerade bei Inhaltsverzeichnissen ist es wichtig, dass die verschiedenen Titel klaren Hierarchien zugeordnet sind. Der oberste, wichtigste Titel wird durch eine Überschrift der Hierarchiestufe H2 bezeichnet. Jeder weitere Untertitel liegt dann auf der Stufe H2, weitere Zwischentitel auf H3 oder H4. Mehr als vier Titelhierarchien sind selten sinnvoll – in diesem Falle sollte man eher darüber nachdenken, den gesamten Inhalt in kleinere Teile aufzusplitten. 

In Wikipedia-Artikeln sind Titelhierarchien sehr gut erkennbar. Der oberste Titel H1 ist zugleich die Bezeichnung des Wikipedia-Eintrags. Darauf folgen dann H2 und H3, die auch im Inhaltsverzeichnis jeder Seite angezeigt werden.

Das Bild zeigt ein Beispiel eines Wikipedia-Artikels. Alle Abschnitt-Titel sind in einem Inhaltsverzeichnis am Anfang der Seite aufgeführt und direkt anklickbar.

Weitere Strukturelemente

Gerade in Lernmedien sind Strukturen wie bei Wikipedia essentiell. Sie geben Orientierung, benennen Teile des Inhalts und helfen dem Lernenden den Stoff zu ordnen, zu priorisieren und zu referenzieren. 

Nebst Überschriften gibt es in Lernmedien auch andere Strukturelemente, die immer wieder auftauchen. Beispielsweise ein Advance Organizer zu Beginn einer Contenteinheit. Er erklärt den Lernenden, was sie erwartet, welche Schlüsselworte auftauchen und welche Ziele der Content verfolgt. 

Genauso macht am Ende einer Contenteinheit ein Post Organizer Sinn, der zum Beispiel ein Summary der Inhalte oder ein paar Fragen zum Textverständnis enthält.

Auch innerhalb einer Contenteinheit helfen Strukturen bei der Orientierung. Zitate, Beispiele, Quellen und andere «Boxen» helfen dem Lernenden, Wichtiges von Vertiefendem zu trennen. 

Den Strukturen Gestalt geben

Selbstverständlich machen semantische Strukturen nur Sinn, wenn sie auch sichtbar sind. Für den lesenden Menschen ist es wichtig, dass er die einzelnen Strukturen auf den ersten Blick einordnen kann. Dasselbe gilt für lesende Maschinen: Mit klaren Strukturen ist es einfacher, einen Inhalt durch Workflow-Tools zu bearbeiten. Beispielsweise können alle Zitate aus einem Text herausgegriffen und in gesammelter Form an einem anderen Ort platziert werden. 


Prinzip der Strukturierung aus dem Kurs «Content First Publishing»
von Roman Schurter

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Pro-Tipp

Die vier Prinzipien von Content First

Um aus einem Inhaltspool in verschiedene Kanäle publizieren zu können muss der Content

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